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Packen auf Weltreise: unsere besten Tipps für 8kg Handgepäck und warum ich es trotzdem hasse

  • Autorenbild: Livia Walker
    Livia Walker
  • 8. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Juni

Packen bringt mich an meine Grenzen.

 

Es ist egal, wo wir sind. Ob in einem schönen Hotel, einer stickigen Unterkunft oder einem AirBnB. Sobald klar ist, dass wir weiterziehen, kippt meine Stimmung jedes Mal ein bisschen.

 

Denn wir reisen mit Handgepäck um die Welt. Zwei Rucksäcke mit je 8 Kilo, zwei kleine Tagesrucksäcke und die stille Erwartung, dass das alles immer wieder reinpassen soll.

 


Packen auf Weltreise, unsere Tipps


Warum Packen auf Weltreise für mich jedes Mal eine Herausforderung ist


Packen auf Weltreise ist kein einmaliges Projekt, es ist ein wiederkehrender Charaktertest.

 

Alle paar Tage.

 

Manchmal alle paar Stunden.

 

Und jedes Mal denke ich kurz: Vielleicht mag ich es diesmal ja.

 

Ach stimmt ja: Nein.

 

Ich sag's wie es ist: Ich. Hasse. Packen.

 

Nicht so ein kleines „meh“, so ein tiefes, existenzielles "Warum muss das Leben so sein".

 

Ich konnte schon als Kind kein Tetris.

 

Diese Info ist wichtig, denn Packen ist im Grunde nichts anderes als Tetris mit Textilien



Packwürfel, der kleine Lebensretter


Packwürfel helfen. Theoretisch.

 

Ich habe sie. Ich benutze sie.


Ich sortiere, ich falte, ich rolle sogar Sachen, als hätte ich mein Leben im Griff.

 

Und trotzdem passiert immer dasselbe.

 

Ich sitze vor meinem Rucksack, drücke, ziehe, fluche leise und sage irgendwann: „Ich ha kei Platz meh.“

 

Fabio schaut kurz.

 

Sehr kurz. So, als würde er innerlich schon wissen, was jetzt kommt.

 

Dann sagt er diesen einen Satz, der mich gleichzeitig beruhigt und wütend macht: „Wart, ich zeig der schnell öppis.“

 

Und plötzlich, PLÖTZLICH!, passt alles rein.

  

Sogar mehr als vorher. Keine Ahnung wie. Keine Ahnung warum.

 

Es ist schwarze Magie. Oder Schweizer Ingenieurskunst.


Oder einfach die Tatsache, dass Fabio Dinge in 4D denkt und ich emotional in 2D falte.

  

Er packt clever. Ich packe halt hoffnungsvoll.

 

Ich stopfe. Er strukturiert.


Ich denke: Das geht niemals. Er denkt: Locker.

 

Manchmal bin ich überzeugt, dass er heimlich einen unsichtbaren Extra-Raum im Rucksack hat. So eine Art Narnia-Fach. Bestimmt hinter den Socken.

 


Mit Handgepäck um die Welt


Packen auf Weltreise ist auch immer eine Konfrontation mit sich selbst.

 

Mit dem eigenen Konsum. Und den eigenen Illusionen.


Zum Beispiel die Illusion, dass man dieses eine Kleid vielleicht doch noch braucht. Für diesen einen Abend. In dieser einen Stadt. In der man dann müde ist und eh im T-Shirt bleibt.

 

Oder die Illusion, dass man „nur für den Fall“ etwas mitnimmt.

 

Glaubt mir: Der Fall tritt nie ein.

 

Aber das Gewicht bleibt. 8 Kilo sind gnadenlos ehrlich. Sie verzeihen nichts.

 

Kein „aber es ist doch leicht“. Kein „man weiss ja nie“.

 

8 Kilo sagen: Entscheide dich. Und ich hasse Entscheidungen.

 

Vor allem beim Packen.

 


Am Schluss passt es dann doch irgendwie


Packen ist ein innerer Prozess.


Es ist Abschied und gleichzeitig Loslassen. Es ist die Erkenntnis, dass man auch ohne gewisse Dinge überlebt.

 

Widerwillig, aber lebendig. Manchmal packen wir schweigend nebeneinander. Manchmal leicht genervt. Manchmal mit dieser Müdigkeit, die nicht körperlich ist, sondern vom "Schon wieder packen" kommt.

 

Das Geniale ist ja, dass es dann doch immer funktioniert.

 

Am Ende sind die Rucksäcke zu. Das Gewicht stimmt.

 

Ich bin überrascht.

 

Fabio nicht. Natürlich nicht.

 

Wir schultern alles, was wir besitzen, und gehen weiter.

 


Unsere 5 besten Packtipps


Falls ihr euch fragt, wie man monatelang mit 8 Kilo Handgepäck um die Welt reist: Wir haben keine perfekte Lösung. Aber ein paar Dinge haben unser Leben deutlich einfacher gemacht.


1. Packwürfel sind unser absoluter Gamechanger

Ohne Packwürfel wäre unser Rucksack ein einziges Chaos. Mit ihnen hat alles seinen festen Platz und man muss nicht jedes Mal den halben Rucksack ausräumen, um ein T-Shirt zu finden.


2. Dunkle Kleidung spart Nerven

Dunkle Farben sehen länger sauber aus und lassen sich einfacher kombinieren. Weniger Outfits, weniger Entscheidungen, weniger Gepäck.


3. Jedes Teil braucht einen Zweck

Bevor etwas in den Rucksack kommt, fragen wir uns: Wie oft werden wir das wirklich benutzen? Dinge, die nur für einen einzigen möglichen Anlass gedacht sind, bleiben meistens zu Hause.


4. Nur Kleidung mitnehmen, die sich gut kombinieren lässt

Jedes Kleidungsstück sollte zu mehreren anderen passen. Wer nur Einzelstücke für ganz bestimmte Anlässe einpackt, verschenkt wertvollen Platz. Lieber wenige Teile, die zusammen viele Outfits ergeben.


5. Auf Reisen nicht ständig Neues kaufen

Klingt logisch, ist aber überraschend schwierig. Ein T-Shirt hier, ein Strandkleid dort, ein Souvenir aus der nächsten Stadt und plötzlich wird der Rucksack nicht leichter, sondern immer voller. Wir versuchen deshalb, nur Dinge zu kaufen, die wir wirklich brauchen. Erinnerungen nehmen zum Glück keinen Platz weg.


Und als Bonus-Hack: Wenn gar nichts mehr reinpasst, sucht euch jemanden wie Fabio. Menschen, die Rucksäcke packen können, sind auf Weltreise ungefähr so wertvoll wie ein guter Kaffee beim Frühstück.



Fazit


Genau das ist Packen für mich auf Weltreise: Ein wiederkehrendes Chaos, das uns jedes Mal daran erinnert, dass wir nicht perfekt organisiert sein müssen, um unterwegs zu sein.


Dass es reicht, wenn es geht.


Und dass man auch Dinge hassen darf, die Teil eines Traums sind.


Ich hasse Packen.


Aber ich liebe das Gefühl danach.


Wenn alles passt. Wenn nichts fehlt. Wenn wir loslaufen.


Und bis zum nächsten Packen vergesse ich sowieso wieder, wie sehr ich es eigentlich hasse.



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