Reise nach Panama City: Grossstadt, Dschungel und viele Gegensätze
- Livia Walker

- 6. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Apr.
Neun Tage in Panama City mit vielen kleinen Ausflügen. Zwischen moderner Skyline, traditionellem Indigenendorf, Faultieren im Stadtwald und dem Panama Kanal haben wir ein Land erlebt, das uns gleichzeitig begeistert und überrascht hat.

Ein Land zwischen Tropen, Grossstadt und Geschichte
Panama war für uns eines dieser Länder, von dem wir ehrlich gesagt nicht sehr viel wussten. Man denkt zuerst an den Panama Kanal, vielleicht noch an die typischen Panama-Hüte, Palmen und tropisches Klima, aber wie das Land wirklich ist, merkt man erst, wenn man es besucht.
Wir verbrachten neun Tage in Panama City und erkundeten von dort aus verschiedene Orte und Sehenswürdigkeiten. Es war keine klassische Rundreise, sondern ein Eintauchen in ein Land von einem einzigen Ort aus. Das machte die Tage irgendwie besonders intensiv.
Zwischen moderner Skyline, kolonialer Altstadt, dichtem Dschungel mitten in der Stadt und einem Besuch bei einem indigenen Volk haben wir schnell gemerkt: Panama ist voller Kontraste.
Unsere Highlights
1. Panama City: Moderne Skyline trifft koloniale Altstadt
Unser erster Eindruck von Panama City war ziemlich überwältigend. Hochhäuser direkt am Meer, viel Verkehr, Hitze und gleichzeitig überall kleine Ecken, die plötzlich ganz anders wirken.
Besonders beeindruckt hat uns das Casco Viejo. Bunte Häuser, kleine Gassen, alte Kirchen und überall dieser Mix aus Geschichte und modernem Leben. Man läuft durch die Altstadt und hat manchmal das Gefühl, in einer anderen Zeit zu sein, nur um ein paar Minuten später wieder zwischen Wolkenkratzern zu stehen. Genau dieser Kontrast macht Panama City so spannend.
Auch der Spaziergang entlang der Meerespromenade war für uns eines dieser einfachen, aber schönen Reiseerlebnisse, denn spontan gesellten sich noch drei freche Waschbären zu uns. Der Blick auf die Skyline, das Meer und die warme Luft am Abend, solche Momente bleiben oft länger im Kopf als grosse Sehenswürdigkeiten.
Ein weiteres Highlight war der Aufstieg auf den Ancon Hill. Der Weg nach oben ist nicht besonders lang (aber je nach Hitze trotzdem sehr anstrengend) und oben angekommen hat man einen unglaublichen Blick über die ganze Stadt. Plötzlich war da auch noch eine Faultiermama mit ihrem Baby direkt über uns im Baum. Ein kleiner Glücksmoment, der uns zum Staunen brachte.
2. Das Emberá Dorf: Einblick in eine völlig andere Welt
Einer der eindrücklichsten Tage unserer Reise war definitiv der Besuch in einem Emberá Dorf. Schon die Anreise war etwas ganz anderes als alles, was wir bisher erlebt hatten, wir fuhren nämlich mit sogenannten «Einbaum-Booten» immer dichter in den Dschungel und nach kurzer Zeit sahen wir schon die ersten Hütten vor uns auftauchen.
Im Dorf selbst war es sehr ruhig. Kein Verkehr, kein Lärm der Stadt, nur Natur und Menschen, die ganz anders leben als wir es gewohnt sind. Besonders schön war, dass man nicht nur zuschaut, sondern wirklich ein bisschen in diese Welt eintauchen darf.
Wir liessen uns ein traditionelles Tattoo aufmalen und währenddessen wurde uns erklärt, welche Bedeutung diese Muster haben. Es war ein Erlebnis, bei dem man merkt, wie unterschiedlich Kulturen sein können. Wir erfuhren viel über die Lebensweise der Emberá, wie sie jagen, wie sie sich ernähren, wie sie wohnen und sie zeigten uns ihre traditionellen Tänze.
Solche Begegnungen sind oft sehr intensiv. Man merkt schnell, dass Reisen nicht nur aus Orten besteht, sondern vor allem aus Menschen.
3. Der Panama Kanal: Ein Traum, den wir uns erfüllt haben
Der Besuch beim Panama Kanal war für uns etwas ganz Besonderes. Schon lange wollten wir das einmal live sehen, nicht nur auf Bildern oder in Dokumentationen, sondern wirklich vor Ort.
Und als dann tatsächlich ein riesiges Schiff durch die Schleusen fuhr, war das irgendwie viel beeindruckender, als wir erwartet hatten. Es ist kaum vorstellbar, wie viel Planung und Technik hinter diesem Bauwerk steckt. Man steht dort und merkt plötzlich, wie wichtig dieser Ort für die ganze Welt ist.
Da wurde uns wieder einmal bewusst: Genau deshalb reist man. Weil man Dinge sehen will, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.
4. Neun Tage an einem Ort und trotzdem viele Eindrücke
Auch wenn wir nur in Panama City geblieben sind, fühlte sich die Zeit hier überraschend abwechslungsreich an. Jeder Tag war anders: mal Stadt, mal Natur, mal Geschichte, mal ein ganz ruhiger Spaziergang am Meer.
Gerade diese Mischung hat uns besonders gefallen. Panama wirkt nicht wie ein klassisches Reiseziel, das sofort mit grossen Highlights beeindruckt. Es ist eher ein Land, das einem Schritt für Schritt näherkommt.
Das Land und seine Menschen
Was uns an Panama besonders aufgefallen ist, war die Sprache. Für uns als Anfänger im Spanisch war es teilweise ziemlich schwierig, die Menschen zu verstehen. Sie sprechen sehr schnell und oft ganz anders, als man es aus dem Schulspanisch von Guatemala kennt.
Manchmal hatten wir auch das Gefühl, dass die Menschen eher gestresst wirken und auf Reisende weniger herzlich reagieren, als wir das vielleicht von anderen Ländern in Zentralamerika gewohnt waren. Gleichzeitig gab es aber auch sehr schöne Begegnungen. Menschen, die sich Zeit genommen haben, uns zu helfen oder einfach ein Gespräch angefangen haben.
Ausserdem wird Panama ja oft als das „Dubai von Lateinamerika“ bezeichnet und das konnten wir tatsächlich in gewisser Weise bestätigen. Besonders in Panama City haben wir wieder extrem viel Wohlstand gesehen: riesige Wolkenkratzer, und noch grössere Shoppingmalls, moderne Wohnanlagen und unglaublich viele teure Autos auf den Strassen. Es wirkte an vielen Orten sehr luxuriös und ganz anders als zum Beispiel in Nicaragua, wo das Leben deutlich einfacher ist.
Für uns war dieser Kontrast ziemlich spannend, aber auch ein bisschen nachdenklich stimmend. Auf unserer Reise haben wir bisher öfter das Gefühl gehabt, dass in Ländern oder Städten, in denen sehr viel Geld vorhanden ist, die Menschen im Alltag nicht unbedingt offener oder fröhlicher wirken. Natürlich ist das nur unser persönlicher Eindruck und es gab auch in Panama schöne Begegnungen. Trotzdem war die Atmosphäre hier in manchen Momenten etwas distanzierter als in den ärmeren Ländern, die wir zuvor besucht haben.
Unsere Tipps für Panama City
💡 1. Bleib mehrere Tage in Panama City.
Die Stadt ist gross und je länger man bleibt, desto spannender wird sie.
💡 2. Plane unbedingt einen Besuch in einem Emberá Dorf ein.
Es ist eines dieser Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst.
💡 3. Schau dir den Panama Kanal live an.
Auch wenn man denkt, man kennt ihn schon, vor Ort ist es noch einmal etwas ganz anderes. Erkundige dich online, wann Schiffe die Schleuse passieren und bring viel Zeit mit.
💡 4. Geh auf den Ancon Hill.
Die Aussicht über die Stadt ist unglaublich und mit etwas Glück siehst du sogar Faultiere und Tucane.
💡 5. Stelle dich auf schnelles Spanisch ein.
Hier wird superschnell gesprochen und das Land hat einen speziellen Dialekt. Es ist okay, gefühlt 5x nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst.
Fazit Panama City: Kontraste, Überraschungen und viele Eindrücke
Unsere Tage in Panama City waren ganz anders als erwartet. Zwischen moderner Skyline, traditionellem Dorf, Faultieren mitten in der Stadt und dem Panama-Kanal haben wir einen Ort erlebt, der voller Gegensätze steckt. Nicht alles war perfekt, und manchmal fühlten wir uns etwas fremd. Panama City allein hat schon sehr viele Highlights, gleichzeitig merkt man schnell, dass dieses Land noch so viel mehr zu bieten hat: karibische Strände, beeindruckende Nationalparks, kleine Inseln, Regenwald und unzählige Orte, die wir diesmal gar nicht sehen konnten.
Da wir nur ein begrenztes Budget hatten, haben wir unsere Reise bewusst auf die Stadt selbst beschränkt und uns darauf konzentriert, von dort aus möglichst viele Erlebnisse mitzunehmen. Für uns war aber gerade das das Besondere an unserer Reise: weniger klassische Sehenswürdigkeiten, dafür mehr echte Eindrücke vom Alltag und vom Leben vor Ort.




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