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Reisebericht Philippinen: Von Erwartungen, Regenwolken und dem langsamen Ankommen

  • Autorenbild: Livia Walker
    Livia Walker
  • 19. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Jan.

Zweieinhalb Wochen Philippinen: Ein kurzer Layover in Manila, weiter nach Puerto Princesa, über das kleine Port Barton ins touristische El Nido, nach Coron und zum Abschluss nochmals eine Nacht in Manila. Über unsere Route, unsere Erlebnisse und unsere Gedanken über ein Land, das Zeit braucht und es nicht leicht bei uns hatte.


Strand Philippinen


Ein Land, das Zeit braucht


Die Philippinen standen lange auf unserer Wunschliste. Traumstrände, türkisblaues Wasser, Palmen, Inselhopping, genau diese Bilder hatten wir im Kopf. Der Start unserer Reise sah jedoch anders aus als erwartet.


Bis und mit Port Barton begleitete uns vor allem eines: Regen. Viel Regen. Für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich, vor allem aber unberechenbar. Manchmal stundenlang, manchmal überraschend, manchmal genau dann, wenn wir gerade loswollten. Die Philippinen öffneten sich uns nicht sofort,  sie verlangten Geduld.


Wir machten trotzdem das Beste daraus: lachten über nasse Kleider, entdeckten Cafés statt Strände, nutzten Wetterfenster, wenn sie sich zeigten. Und auch wenn wir uns zwischendurch fragten, ob es nur am Wetter lag oder ob wir einfach noch nicht angekommen waren, heute wissen wir: Wir brauchten Zeit. Zeit, um uns auf dieses Land einzulassen.


Und trotzdem blieb auch am Schluss unserer Reise dieses kleine Gefühl: Irgendwie greift es nicht ganz. Woran das lag? Ganz sicher wissen wir es bis heute nicht.



Unsere Route


1. Manila: Mehr als nur ein Zwischenstopp

Manila war für uns vor allem Durchgang, ein kurzer Layover zu Beginn, eine Nacht zum Abschluss. Und doch überraschte uns die Stadt positiv: sauberer als erwartet, freundlich, unkompliziert.

Manila zeigte sich uns nicht von allen Seiten, dafür aber von einer angenehmen. Vielleicht hätte die Stadt mehr Zeit verdient, vielleicht war sie genau richtig als Rahmen unserer Reise. Als Einstieg und als ruhiger Abschluss.

 

2. Puerto Princesa: Ankommen auf Palawan

Puerto Princesa war unser Startpunkt auf Palawan. Wegen des wechselhaften Wetters entschieden wir uns für eine City Tour. Eine gute Wahl, um erste Eindrücke vom Land und seiner Geschichte zu bekommen.

Plaza Cuartel mit seiner schweren Vergangenheit, die Kathedrale der unbefleckten Empfängnis, der Butterfly Garden, der Besuch bei einem indigenen Volk und Bakers Hill mit seinen bunten Figuren und Blicken über die Stadt, alles interessant, alles informativ.

Puerto Princesa fühlte sich für uns funktional an. Kein Ort, der lange fesselt, aber ein guter Einstieg. Nach zwei Tagen zogen wir weiter, bereit für mehr Natur.


Tipp: Als Startpunkt ideal. Mit gutem Wetter lohnt sich der Underground River sehr.

 

3. Port Barton: Ruhe, Regen und leise Melancholie

Port Barton hatten wir uns ruhig, ursprünglich und sonnig vorgestellt. Und ruhig war es, sehr ruhig. White Beach, Coconut Beach, kleine Unterkünfte, wenig Infrastruktur. Eigentlich perfekt. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Schweine, die uns ganz selbstverständlich am Coconut Beach begegneten.

Doch der Regen blieb. Grauer Himmel, nasse Wege, abgesagte Bootstouren. Statt barfuss im Sand zu laufen, sassen wir oft unter Dächern, hörten dem Regen zu und warteten.

Trotzdem: Port Barton hatte eine besondere Stimmung. Still, entschleunigt, melancholisch schön. Wir sind uns sicher: Bei Sonne wäre es unser Lieblingsort geworden. So blieb es ein Ort der verpassten Möglichkeiten, aber auch der Ruhe.


Tipp: Bei gutem Wetter ein Traum für Bootstouren und Strände. Bei Regen braucht es Geduld.

 

4. El Nido: Schönheit trotz Trubel

El Nido war der Ort, auf den wir uns am meisten gefreut hatten und gleichzeitig der Ort, an dem sich die Reise langsam zum Besseren wendete. Das Wetter wurde stabiler, die Sonne zeigte sich häufiger.

Die berühmten Kalksteinfelsen, Lagunen und Inseln sind ohne Frage beeindruckend. Selbst kurze Regenschauer konnten der Schönheit wenig anhaben.

El Nido ist jedoch sehr touristisch. Viele Menschen, viele Boote, feste Abläufe. Das kann anstrengend sein und braucht Gelassenheit. Wir entschieden uns für Bootstour A, landschaftlich absolut wunderschön: kristallklares Wasser, versteckte Buchten, beeindruckende Felsformationen.

Ja, es war voll. Ja, es gab Wartezeiten. Aber mit der richtigen Erwartungshaltung konnten wir die Tour trotzdem geniessen. Wir merkten hier: Die Philippinen verlangen Anpassung und belohnen dafür mit schönen Erlebnissen.


Tipp: Tour A ist die beliebteste. Früh starten und einen DryBag mitnehmen.

 

5. Coron: Das Beste zum Schluss?

Coron war unsere letzte Inselstation und rückblickend der Ort, an dem wir endgültig auf den Philippinen ankamen.

Die Landschaft ist spektakulär: Seen, Felsen, Wasserfarben, die fast unwirklich wirken. Auch hier blieb das Wetter wechselhaft, aber wir hatten gelernt, damit umzugehen. Wir liessen uns einfach auf die Insel ein, genossen ruhigere Momente, Spaziergänge, Gespräche und das entspannte Tempo. Auch hier buchten wir Bootstour A und bereuten es nicht. Der Ausflug war absolut sehens- und erlebenswert. Wir stellten uns auf einen grossen Touristenansturm a la El Nido ein, wurden jedoch positiv überrascht. Unser Guide fuhr die Spots bewusst antizyklisch an. Dadurch waren wir oft das einzige Boot vor Ort oder teilten die Orte nur mit wenigen anderen.

Und plötzlich war es da: dieses Gefühl. Nicht laut, nicht überwältigend, eher still und leise. Coron gefiel uns. Vielleicht, weil wir angekommen waren. Vielleicht, weil wir nichts mehr erwarteten. Wir wissen es bis heute nicht ganz genau.


Tipp: Pack eine Wasserflasche in deinen Rucksack und mach dich auf zum Mount Tapyas. Mit dem richtigen Wetter kannst du dort oben wunderschöne Sonnenuntergänge geniessen.

 

6. Manila: Ein ruhiger Abschluss

Zurück in Manila verbrachten wir unsere letzte Nacht ohne grosses Programm. Wir besuchten noch die Mall of Asia und das war’s dann aber auch. Ankommen, Abschliessen, Durchatmen.

Wir blickten zurück und merkten: Die Philippinen brauchten Zeit. Und wir brauchten Zeit für die Philippinen.


Tipp: Besuche die Mall of Asia und streife durch die unzähligen Shops. Die Mall ist wirklich RIESIG und hat alles, was dein Herz begehrt.



Das Land und seine Menschen


Eines steht ausser Frage: Die Menschen auf den Philippinen sind unglaublich freundlich. Herzlich, hilfsbereit, offen. Egal ob im Hotel, im Restaurant oder auf der Strasse, wir wurden oft angelächelt und unterstützt.


Das Land lebt stark vom Tourismus, manchmal wirkt vieles chaotisch und improvisiert. Infrastruktur, Wetter und Timing beeinflussen das Reiseerlebnis stark. Wer flexibel bleibt, wird belohnt.



Unsere Tipps für deine Philippinen-Reise


💡 1. Reisezeit ist entscheidend.

Auch ausserhalb der klassischen Regenzeit kann das Wetter eine grosse Rolle spielen.


💡 2. Erwartungen anpassen.

Die Philippinen sind wunderschön, aber sie entfalten ihre Schönheit nicht immer sofort.


💡 3. Flexibel bleiben.

Pläne ändern sich, vieles braucht Geduld, Gelassenheit ist der Schlüssel.


💡 4. Sonne nicht unterschätzen.

Wenn sie da ist, hat sie Kraft: Sonnencreme und Hut nicht vergessen.


💡 5. Bargeld mitnehmen.

Kartenzahlung ist nicht überall möglich, Pesos sind wichtig.



Fazit


Die Philippinen waren keine schlechte Reise. Aber auch keine, die uns tief berührt hat. Sie verlangten viel Geduld, Offenheit und Anpassung. Bis und mit Port Barton hatten wir wetterbedingt Pech, in El Nido wurde es besser, und in Coron konnten sie uns schliesslich doch noch ihre Schönheit zeigen.


Wir würden vermutlich nicht extra für die Philippinen um die halbe Welt fliegen. Aber wir sind wirklich froh, hier gewesen zu sein.


Manchmal braucht ein Land Zeit, um sich zu öffnen. Manchmal braucht man selbst Zeit, um wirklich anzukommen. Und manchmal passt ein Land nicht ganz zu den Erwartungen, die man mitgebracht hat. Nicht aus Enttäuschung, sondern weil Reisen eben auch bedeutet, die eigenen Bilder loszulassen.


Die Philippinen haben uns nicht sofort verzaubert, aber sie haben uns Geduld gelehrt, Flexibilität und ein genaueres Hinsehen. Am Ende nehmen wir weniger spektakuläre Wow-Momente mit, dafür leise Eindrücke, ehrliche Begegnungen und das Gefühl, ein Land zumindest ein Stück weit verstanden zu haben. Vielleicht war es genau das, was diese Reise für uns sein sollte.



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