top of page

Thailand Rundreise: Von Überforderung, Gelassenheit und türkisblauen Träumen

  • Autorenbild: Livia Walker
    Livia Walker
  • 2. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Jan.

Acht Wochen durch Thailand: von Bangkok über Chiang Mai zurück in die Hauptstadt, weiter nach Koh Chang, Phuket, Krabi, Koh Tao und zum Abschluss nochmals Bangkok. Unsere Route, Erlebnisse und ehrlichen Eindrücke aus einem Land voller Kontraste, Spiritualität, Lebensfreude und endloser Farben.


Thailand Rundreise ein Boot auf dem Meer vor einer Insel Thailands


Ein Land, das pulsiert


Thailand war für uns kein sanfter Einstieg. Thailand war laut, intensiv, überwältigend, ja sogar ein wenig überfordernd und gleichzeitig unglaublich herzlich. Ein Land, das dich nicht langsam an die Hand nimmt, sondern dich mitten ins Leben wirft. Und trotzdem hat es uns verzaubert. Neben hupenden Tuk-Tuks, goldenen Tempeln, Dschungel, Stränden und Streetfood haben wir gelernt, loszulassen. Pläne, Erwartungen und manchmal auch uns selbst.


Unsere Route führte uns von Bangkok in den Norden nach Chiang Mai, zurück in die pulsierende Metropole, dann auf die entspannte Insel Koh Chang, weiter in den Süden nach Phuket, Krabi und auf die kleine Taucherinsel Koh Tao. Unsere Thailandreise beendeten wir, wie es sich schon fast gehört, in Bangkok. Acht Wochen voller Hitze, Lachen, Eindrücke und Momente, die wir nie vergessen werden.



  1. Bangkok: Chaos, Tempel und pures Leben


Bangkok war unser Start. Und was für einer. Diese Stadt schläft nicht, sie atmet nicht. sie rast. Hochhäuser neben Garküchen, Mönche im Orange zwischen Neonlichtern, Märkte, Boote, Menschen. Alles gleichzeitig. Zugegeben, Bangkok überforderte uns. Es war nach dem ruhigen Kambodscha einfach zu laut, zu hektisch und zu chaotisch. Doch mit jedem Tag gewöhnten wir uns ein bisschen mehr an diesen neuen Ort.


Wir sahen den berühmten Grand Palace aufgrund der Staatstrauer um Königinmutter Sirikit nur von aussen, besuchten Wat Pho mit dem riesigen liegenden Buddha und fuhren mit dem Boot durch die Klongs, von wo aus wir den prächtigen Wat Arun bestaunten. In der Mittagshitze suchten wir Schatten im Lumphini Park und beobachteten dabei Warane oder flüchteten in die riesigen Shoppingmalls. Abends hiess es jeweils Streetfood, Plastikstühle, Schweiss auf der Haut und das Gefühl: Wir sind angekommen.

Bangkok ist anstrengend, ja. Aber die Stadt ist auch unglaublich ehrlich. Sie versteckt nichts.


Tipp: Plane Pausen ein. Rooftop-Bar, Massage oder einfach ein Café mit Klimaanlage. Dein Kopf wird es dir danken.



  1. Chiang Mai: Tempel, Dschungel und Ruhe im Norden


Nach dem Trubel Bangkoks fühlte sich Chiang Mai wie eine Pause an. Umgeben von Bergen, grüner, langsamer, spiritueller. Wir schlenderten durch die Altstadt, besuchten kleine Tempel, assen Khao Soi und genossen Abende auf Nachtmärkten.


Unser Highlight war ein kleines aber feines Loi Krathong Festival: Laternen, Krathongs, Wünsche, Träume, frische Luft. Und die Stille. Eine Stille, die man in Thailand sonst kaum kennt. Das Festival hinterliess Spuren und wir merkten: Chiang Mai hat eine sanfte Energie. Eine, die bleibt.


Tipp: Leih dir einen Roller oder nimm dir einen Fahrer für die Umgebung. Und früh morgens durch die Altstadt laufen. Wenn Mönche ihre Almosengänge machen, liegt eine ganz besondere Stimmung in der Luft.



  1. Bangkok: zurück im Trubel


Zurück in Bangkok, diesmal anders. Weniger überwältigt, mehr vertraut. Wir wussten jetzt, wie die Stadt tickt. Genossen gutes Essen, schlenderten durch Viertel abseits der Touristenpfade und bereiteten uns mental auf den Inselteil der Reise vor.

Manchmal braucht man einen zweiten Blick, um mit einer Stadt klarzukommen.



  1. Koh Chang: Dschungel, Meer und Hunde


Koh Chang war unser erster Inselstopp und eine echte Überraschung. Viel grüner, wilder und ruhiger als erwartet. Dschungel, Wasserfälle, kurvige Strassen und lange Strände.

Wir verbrachten die meiste Zeit im Animal Welfare Koh Chang, wo wir einem unglaublich tollen Team halfen, verletzte, alte, kranke und gelähmte Hunde zu pflegen. Die freien Tage nutzten wir um die Insel zu erkunden: Schwimmen, Lesen, Sonnenuntergänge und  Strandrestaurants standen auf dem Programm.


Tipp: Bleib nicht nur an einem Strand. Die Insel hat viele Gesichter und alle sind sehenswert. Achtung: Rollerfahren hier ist ein Abenteuer. Nur machen, wenn du dich sicher fühlst, die Strassen sind steil.



  1. Pattaya: Spiritualität, Skyline und leise Fragen


Pattaya war für uns ein Ort der Gegensätze. Einer, der überrascht, verwirrt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Schon bei der Ankunft spürten wir: Diese Stadt ist anders. Moderner, westlicher, lauter, aber auch dreckiger und fast schon vulgärer. Und doch steckt zwischen all dem Trubel so viel mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.


Ein Highlight war für uns das Sanctuary of Truth. Dieses riesige Holzbauwerk direkt am Meer wirkte fast surreal. Jeder Winkel voller Schnitzereien, Geschichten, Symbolik. Ein Ort, der Ruhe ausstrahlt, obwohl draussen die Stadt pulsiert. Wir verbrachten lange Zeit damit, einfach zu schauen, zu staunen und zu entdecken. Es war einer dieser Momente, in denen Thailand seine tiefe Spiritualität zeigt: leise, kraftvoll und beeindruckend.


Später genossen wir eine grandiose Aussicht über Pattaya. Hoch oben, mit Blick über die Stadt, das Meer und die Hochhäuser, wirkte alles plötzlich geordnet. Nah beim Aussichtspunkt stand die grosse Buddha-Statue, ruhig, wachend, beinahe beschützend. Ein starker Kontrast zur hektischen Energie weiter unten. Hier oben wurde es still. Und wir fragten uns, wie all diese Welten in einer Stadt Platz finden können.


An zwei Abenden liefen wir an der Promenade entlang zur berühmten Walking Street. Neonlichter, Musik, Menschen, Bewegung. Alles wirkte laut, grell, fast wie eine eigene Realität. Wir beobachteten, hörten zu, liessen Eindrücke auf uns wirken. Und stellten uns Fragen. Über Rollenbilder, über Tourismus (ja, auch den allbekannten Sextourismus), über Verantwortung. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit dem Versuch zu verstehen. Pattaya konfrontiert. Nicht aggressiv, sondern offen.


Pattaya hat uns nicht einfach gefallen. Aber es hat uns beschäftigt. Es hat uns gezeigt, dass Reisen nicht immer nur leicht sein muss. Dass es Orte gibt, die Fragen stellen, statt Antworten zu liefern. Und dass genau diese Orte oft lange nachwirken.


Tipp: Nimm dir Zeit für die stillen Orte Pattayas. Aussichtspunkte, Tempel, das Sanctuary of Truth. Sie helfen dabei, die Stadt einzuordnen und ihre vielen Facetten bewusst wahrzunehmen.



  1. Phuket: Mehr als nur Massentourismus


Phuket hatte bei uns keinen leichten Stand. Wir hörten von allen Seiten: zu voll, zu touristisch, zu bekannt. Und ehrlich: Teile davon sind genau das. Aber Phuket kann auch anders.


Wir mochten den weissen und trubeligen Strand am Patong Beach, fuhren Aussichtspunkte an, sahen spektakuläre Sonnenuntergänge und genossen gutes Essen. Phuket ist gross und sehr vielseitig, aber um etwas zu erleben genau richtig.


Tipp: Kauf dir im Supermarkt ein kühles Getränk und geniesse danach den traumhaften Sonnenuntergang. Wenn du süsse Cafés und Shops magst, solltest du Phuket Old Town besuchen.



  1. Krabi: Felsen und Lagunen


Krabi hat uns verzaubert. Diese riesigen Kalksteinfelsen, die aus dem Meer ragen, türkisfarbenes Wasser, kleine Inseln. Wir machten Bootstouren, Inselhopping, besuchten Nachtmärkte, assen zu viel und hatten tolle Gespräche mit den Einheimischen.

Krabi schaffte es, dass wir uns von der ersten Sekunde an willkommen fühlten. Die Menschen begegneten uns mit einer Herzlichkeit, die uns tief berührte.


Tipp: Früh starten für Ausflüge, so entgehst du den Menschenmassen. Die Trauminseln sind beliebt.



  1. Koh Tao: kleines, feines Inselparadies


Unsere letzte Insel: Koh Tao. Klein, entspannt, türkis. Eine Insel, die nicht hetzt. Wir schnorchelten, lagen am Strand, tranken Kaffee mit Blick aufs Meer und relaxten.

Koh Tao hat etwas Beruhigendes. Vielleicht, weil man hier nichts muss. Nur sein. Und genau das taten wir.


Tipp: Auch ohne Tauchschein ein Traum. Schnorcheln reicht völlig.



  1. Bangkok: ein würdiger Abschluss


Zum Abschluss kehrten wir nochmals für eine ganze Woche nach Bangkok zurück. Und diesmal fühlte es sich wesentlich besser an. Die Stadt war uns nicht mehr fremd, sondern vertraut. Wir kannten das Chaos, wussten, wann wir Pausen brauchten, und liessen uns nicht mehr stressen, sondern bewegten uns bewusst durch die Strassen.


Wir nutzten die letzten Tage zum Ankommen und Abschliessen: Cafés in kleinen Gassen, Märkte, letzte Massagen, gutes Essen. Bangkok war kein Ort mehr, der uns überforderte, sondern einer, der uns irgendwie doch ans Herz gewachsen ist. Auf seine ganz eigene, laute, ehrliche und anstrengende Art.


Silvester in Bangkok war ein Erlebnis für sich. Die Stadt funkelte. Überall Lichter, Musik, Menschen aus aller Welt. Wir feierten zwischen Hochhäusern und Shopping-Malls, sahen Feuerwerke, die den Himmel erhellten, und spürten diesen besonderen Moment zwischen Abschied und Neubeginn. Es war kein stiller Jahreswechsel, sondern ein kraftvoller. Einer, der passte. Thailand hatte uns verändert und Bangkok setzte den Punkt unter diese Reise.

Als wir am letzten Tag durch die Stadt liefen, wussten wir: Genau so sollte es enden. Dort, wo alles begonnen hatte. Mit mehr Gelassenheit, mehr Vertrauen und einem Herzen voller Erinnerungen.


Tipp: Bangkok ist kein Ort für den ersten Eindruck. Es ist ein Ort für den zweiten. Und den dritten.



Das Land und seine Menschen


Thailand ist freundlich. Aber nicht oberflächlich freundlich, sondern warm. Die Menschen lächeln viel, helfen selbstverständlich, nehmen dich an, wie du bist. Ob im Taxi, im Hotel oder am Strassenrand: Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher, willkommen und gesehen.

Thailand lebt vom Tourismus, ja. Aber es hat sich dabei nicht verloren. Es hat sich angepasst und ist trotzdem es selbst geblieben.



Unsere Tipps für deine Thailand-Reise


💡 1. Akzeptiere das Chaos.

Nicht alles läuft nach Plan, aber Thailand hat immer Lösungen.


💡 2. Tempel respektieren.

Schultern und Knie bedecken. Es ist nicht nur Kultur, es ist Respekt.


💡 3. Streetfood ist dein Freund.

Frisch, günstig, unglaublich lecker. Wo viele Einheimische essen, bist du richtig.


💡 4. Inlandsflüge sparen Zeit.

Thailand ist gross. Fliegen ist oft günstig und entspannter als lange Busfahrten.


💡 5. Lass Raum für nichts.

Nicht jeder Tag muss gefüllt sein. Geniesse das Land und seine Schönheit.



Fazit: Thailand, das volle Programm


Thailand war intensiv. Manchmal zu viel, manchmal genau richtig. Ein Land, das dich fordert und belohnt. Das dich schwitzen lässt und dich gleichzeitig trägt.


Von den Strassen Bangkoks bis zu den stillen Buchten von Koh Tao, Thailand hat uns gezeigt, dass Gegensätze zusammengehören. Chaos und Ruhe. Tempel und Strände. Lärm und Stille. Ein Land, zu dem man definitiv zurückkehren möchte.

Kommentare


bottom of page